Freitag, 31. Mai 2013

Profi-Tipps zu Lederprodukten

Vom Eintragen bis zur Pflege: Profi-Tipps zu Lederprodukten

In der Welt rund um Mittelalter, Fantasy und LARP kann es hoch hergehen. Damit Ihr nicht ungeschützt in die Schlacht ziehen müsst, bieten wir Euch ein breit gefächertes Angebot an hochwertigen Rüstungen, Schultern, Arm- und Beinschienen aus Leder an. Die LARP-tauglichen Lederrüstungen und das Rüstungszubehör werden aus echtem Leder hergestellt, einige unserer Lederprodukte werden von der Berliner Qualitätsmanufaktur Andracor von Hand exklusiv für uns gefertigt. Die Rüstungen müssen nicht nur hohen Qualitätsstandards entsprechen, sondern sollen auch optisch überzeugen. Damit Ihr lange etwas von Euren Lederprodukten habt, findet Ihr hier Antworten, Tipps und nützliche Hinweise zu und im Umgang mit unseren unterschiedlichen Lederwaren:


Aus welchem Material sind die Lederprodukte gefertigt?

Im Grunde werden für unsere Lederrüstungen und weitere Lederprodukte zwei Lederarten verwendet.

Rüstleder: Diese Lederart wird auch Vollrindsleder genannt. Es handelt sich hierbei um ein Naturleder mit einer Stärke von ca. 3 – 4 mm. Dieses Leder ist fest, sehr robust und oberflächengefärbt. Zudem ist dieses Material wasserabweisend, allerdings nicht wasserdicht.

Veloursleder: Diese Lederart ist auch als Rauleder bekannt. Veloursleder ist angerautes Naturleder mit einer Stärke von ca. 1,6 – 1,8 Millimetern. Im Vergleich mit Rüstleder ist es weicher und biegsamer. Ihr solltet bei Produkten aus Veloursleder unbedingt beachten, dass diese Farbe abgeben können (siehe Warnhinweise). Auch diese Art Leder ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht.


Was gibt es bei den Größen zu beachten?

Die meisten Lederrüstungen fallen ca. ½ Konfektionsgröße größer aus als normale Kleidung, weil unter die Rüstungen üblicherweise noch ein Gambeson, Waffenrock o. ä. gezogen wird. Das bedeutet: Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte die kleinere wählen!


Wie ziehe ich die Lederrüstung inkl. Zubehör richtig an? Tipps zum Anlegen

Wenn Ihr ein volles Rüstungs-Ensemble anlegt, beginnt Ihr am besten mit den Beinschienen, denn mit angelegtem Brustpanzer kann das Bücken etwas beschwerlich sein. Bei den Beinschienen solltet Ihr zudem darauf achten, dass die Schnallen außen sind, damit diese beim Gehen nicht aneinanderhaken können. Ansonsten gilt die Devise: von unten nach oben und von innen nach außen. Erst die Beinschienen, dann der Gambeson, danach Brustpanzer und Armschienen, anschließend Schulterpanzer und zuletzt der Helm. Im Zweifel solltet Ihr Euch beim Anlegen helfen lassen – nicht umsonst gab es für sowas im Mittelalter Knappen!


Muss ich meine neue Lederrüstung eintragen?

Neue Lederrüstung müssen “eingetragen” werden – ähnlich wie Lederschuhe. Beim ersten Anziehen fühlen sich die Rüstungen meistens etwas starr an. Mit der Zeit wird das Leder aber geschmeidiger und passt sich Eurer Körperform an. Um diesen Prozess zu beschleunigen, könnt Ihr Eure Rüstung vor dem ersten Tragen leicht (!) mit Wasser anfeuchten, z. B. mit einer Wassersprühflasche für Pflanzen, um so den gleichen Effekt wie die Feuchtigkeit von Schweiß in Schuhen zu erzielen oder – besser noch – gut und sorgfältig einfetten (beispielsweise mit unserem Lederfett). Zum Einfetten bitte die Pflegehinweise beachten.


Was sollte ich bei der Reinigung von Lederprodukten beachten?

Kleidungsstücke, Rüstungen und Rüstungsteile aus Rüstleder reinigt Ihr am besten mit einem angefeuchteten Lappen. Dabei ist wichtig, dass Ihr das Leder nicht durchnässen lasst! Verwendet hierbei bitte nur reines Wasser, ohne Zusätze wie Spül- oder Reinigungsmitteln.

Um aus Produkten aus Veloursleder Dreck und Schlamm zu entfernen, solltet Ihr die Flecken zuerst trocknen lassen, sonst reibt Ihr den Schmutz ein. Häufig reicht schon ein kräftiges Schütteln der Lederkleidung, Ihr könnt aber auch eine Schuhbürste zur Hilfe nehmen und den Dreck abbürsten. Es gibt für Veloursleder auch spezielle Schwämme oder Radiergummis (die auch für die Schuhreinigung verwendet werden). Hierbei empfehlen wir allerdings, diese Technik vorher an einer kleinen, unauffälligen Stelle zu testen.


Wie pflege ich Leder am besten?

Ein- bis zweimal im Jahr solltet Ihr Eure Lederrüstung aus Rüstleder fetten, dann habt Ihr länger Freude an den hochwertigen Lederprodukten. Für das Einfetten eignet sich z. B. unser Lederfett sehr gut. Wir empfehlen: Fettet Eure Sachen mit den Fingern ein – das ist besser als mit einem Lappen, denn durch die Körperwärme öffnen sich die Poren, und das Fett dringt besser in das Leder ein. Ihr könnt auch mit einem Föhn (niedrigste Stufe!) nachhelfen. Bitte beachtet: Durch das Einfetten wird das Leder dunkler bzw. dunkelt jedes Mal nach! Ihr könnt auch sonstige Lederpflegeprodukte (die man sonst für Schuhe oder Taschen verwendet) benutzen, diese sollten aber farblos sein. Wenn Ihr Imprägnierspray verwenden wollt: Testet dieses am besten an einer kleinen, unauffälligen Stelle der Rüstung aus. Es kann z. B. durch eine chemische Reaktion die Farbe ablösen oder verändern. Alle Lederrüstungen und Zubehörteile aus Rüstleder werden vorgefettet geliefert.


Wie lagere ich Lederprodukte? Hinweise zur Aufbewahrung

Grundsätzlich solltet Ihr Euer Lederprodukt nicht durchnässen lassen. Wenn das Leder nass geworden ist, solltet Ihr es vorsichtig und langsam trocknen lassen (also nicht über die Heizung legen oder heiß föhnen) und erst dann verstauen. Wenn Ihr das Leder in nassem Zustand einlagert, kann es schimmeln!


Verträglichkeit & Warnhinweise

Bei schwarzem Veloursleder solltet Ihr unbedingt beachtet, dass es abfärben kann, insbesondere dann, wenn es nass wird. Aber auch beim Überziehen kann es Farbspuren hinterlassen.

Bei farbigem Rüstleder (insbesondere bei grün gefärbtem Leder) kann es bei starker Sonneneinstrahlung über einen längeren Zeitraum mitunter zu einer Aufhellung des Farbtons kommen.

Wenn das Leder sehr nass/durchnässt wird, können Wasserflecken entstehen, die nicht wieder weggehen.

Ihr solltet immer ein Kleidungsstück unter der Lederrüstung tragen, da es durch die Tragebewegungen zum schmerzhaften Wundscheuern der Haut kommen kann. Zum anderen fangen die Nieten durch den Schweiß von innen an zu rosten.

Die Lederrüstungen haben keine Schutzwirkung, egal ob im Kampf oder auf dem Motorrad! Es handelt sich trotz der robusten Verarbeitung und der hochwertigen Materialeigenschaften um reine Dekorationsartikel! Bei Schaukämpfen können die Rüstungen getragen werden.


Extra-Tipps: So verleiht Ihr Eurer neuen Lederrüstung einen “Used Look”

Natürliche Trage- und Gebrauchsspuren entstehen erst mit der Zeit. Um einem neuen Lederstück einen sogenannten Used Look zu verleihen, könnt Ihr etwas nachhelfen und beispielsweise Kratzer und Abschürfungen verursachen. Dafür könnt Ihr die Lederrüstung oder Zubehörteile etwa über Asphalt oder Steinboden reiben, schleifen, auf einer Wiese oder auf Sand einwälzen, damit sich der Dreck in den Kratzern festsetzt. Achtung: Wenn Ihr das Rüstleder mit Schleifpapier bearbeitet, solltet Ihr vorsichtig sein, denn durch diese Prozedur kann die Farbschicht der Oberfläche schnell abgetragen werden! Ihr könnt das Leder aber auch mit den Händen knautschen, bewegen, reiben, sodass Falten entstehen. (Alternativ könnt Ihr das Leder auch einfach gar nicht pflegen, dann entsteht der Used Look je nach Tragehäufigkeit von ganz allein. Diese Praktik empfehlen wir Euch allerdings nicht!)

Wie und womit kann ich die Lederprodukte verzieren?

Um Eure Lederrüstung oder das Zubehör zu individualisieren, könnt Ihr sie z. B. mit Permanentmarkern (Edding) verzieren oder mit spezieller Lederfarbe bearbeiten (Unbedingt die Gebrauchshinweise beachten!). Farblacke eignen sich nicht gut, da der Lack bewegungsbeständig ist und Leder ein flexibles Material ist. Der Lack würde reißen und wieder vom Leder abplatzen. Wenn Ihr Verzierungen o. ä. applizieren wollt, verwendet Ihr am besten Pattex Kleber (Gibt es im Baumarkt; Bedienungsanleitung beachten!). Andere Kleber sind nicht flexibel und brechen.

Viel Freude mit Euren Lederprodukten und gehabt Euch wohl!

Eure Recken von maskworld.com!


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